Tour Blog 06
04.07.12
Flörsheim-Bad Weilbach, das war der Ort, ich gestern halt gemacht habe. So ein schnuckeliges Hotel ('Waldesruh') mit super schönem Bad. Ganz anders als das erste Hotel!
Der gute Mann war draußen gesessen und schleppte mir sogar meine Fahrradtaschen aufs Zimmer. Er tat mit echt leid, die sind schon sehr schwer. Ich könnte sie ja mal wiegen. Und dann haben wir noch ein Schwätzle gehalten.
Zum Frühstück war ich dann auch endlich richtig wach. Und bald schon hatte ich alles gepackt und fertig, wollte Zahlen und er fragte mich dann, warum ich mir denn kein Vesper gemacht hätte. Also brachte er mir das übrige nochmal raus und ich konnte mir noch ein Vesper einpacken.
Heute musste ich zudem gleich zu Beginn mich mit Sonnenschutz einölen. Die Sonne war groß da, wenig bis keine Wolken und es war sehr früh sehr heiß.
Dann ging es los. Ohne wirklich eine Karte und ungefähr einer Ahnung. Durch viele kleine Ortschaften hindurch.
Ich möchte noch mal etwas auf die verschiedenen Arten von Fahrradwegen eingehen. Es gibt da z.b. auch die Graswege, diese sind wohl eher als Fußweg gedacht, aber ich habe es ausprobiert und man kann sie auch mit dem Rad passieren. Je höher das Gras, umso mehr fetzt es aber an den Beinen. Dann gibt es noch die Kiesgrubenwege, nicht zu verwechseln mit den Kieswegen! Kiesgrubenwege sind Wege, wo so viel Kies liegt, dass es definitiv zu viel ist. Und wer es mal versucht hat, durch eine Kiesgrube mit dem Fahrrad, wird bestätigen können, das da kaum ein Vorwärtskommen möglich ist. Und wir haben noch solche befestigten Fahrradwege am Straßenrand, wo die jeweilige Stadt jedoch am sparen ist und die Radfahrer es ausbaden müssen. Diese Wege sind in so schlechter Verfassung, dass sie eigentlich nur mit sicherheitsgeprüfter Achterbahnanschnallung befahren werden sollten. Man springt von Schlagloch zu Schlagloch und versucht sich krampfhaft festzuhalten. Und dann gibt es noch die Landstraße. Auf den meisten darf man Fahrradfahren, manchmal gibt es direkt parallel einen Radweg. Letzteres fahre ich am liebsten, weil die Straße meist in guter Form ist.
Heute ging es dann auch unheimlich viel Bergauf! Ich bin jetzt schon so viele km Gefahren, aber das Berg rauf und runter hat mich wahnsinnig angestrengt. Vor allem weil die runter Strecken viel kürzer waren als die rauf Strecken. Irgendwann hab ich bei jedem Hügel 'Jesus, schieb! Da ist ein Hügel!' gebetet - unglaublich wie sehr er geholfen hat. Und im dem großen Waldstück bei der A5 wollte sich Müdigkeit und auch ein bissel Angst breit machen u d das wurde alles weg gesungen.
Irgendwo stand ich dann mal wieder um mich einzunorden und da kam eine Frau auf ihrem Rad von der Arbeit vorbei und fragte, ob sie mir helfen kann und ich sagte ihr, wohin ich denn will. Da bot sie mir an ein Stück gemeinsam zu fahren und dabei konnten wir beide etwas von uns zu erzählen. Das war sehr ermutigend. Alleine fahren ist schön, aber zu zweit hat auch was!
Zwischenzeitlich habe ich dann auch gelernt, wie ich die Schaltung neu einstelle. Bald kann ich mir ein neues Rad selber bauen :-)
So zum Ende der Strecke wollte ich dann einfach angekommen sein. Und plötzlich hatte ich oft Rückenwind und konnte sehr viel schneller fahren. Das war ein Spaß. Aber meine Konzentration war nun am Ende und so habe ich mich zum Ende immer wieder mal verfahren. Aber dann stand ich endlich vor dem Haus meiner Eltern - angekommen!
Auch heute habe ich Zahlen für euch:
5:37h für 80,5km und davon waren ca. 55km welche bergauf geführt haben!!!!
Bisherige Gesamtstrecke: 511,77km (inklusive der 4,5km von vorvorgestern)
Die nächsten drei Tage werde ich nun bei meinen Eltern Urlaub genießen, bevor es dann wieder zurück geht. Ich werde Retour vielleicht auch nicht mehr die gleiche Strecke fahren. Mal sehen, habe ja noch massig Zeit.
Eine gelungene 6. Etappe!